Logopädie (Sprachtherapie) bei Schlaganfall

Aphasie durch Sprachtherapie und Logopädie behandeln

Ein Schlaganfall trifft seine Opfer meist aus heiterem Himmel. Das hat zur Folge, dass Hirnregionen nicht mehr versorgt werden und absterben. Ist dabei das Sprachzentrum betroffen, so kann der Patient nicht mehr richtig sprechen: Diagnose Aphasie.

Für die Angehörigen folgt nun eine schwere Zeit. Oft wissen Sie nicht, wie sie mit dem Patienten umgehen sollen. Ihm Kinderbücher zu bringen oder ihn wie einen geistig Behinderten zu behandeln ist sicher keine gute Lösung und ist in der Regel auch ein Missverständnis, denn die kognitive Leistungsfähigkeit ist oft nicht beeinträchtigt. Eine sogenannte Aphasie wird am häufigsten durch Schlaganfall verursacht, aber auch ein Hirn-Tumor kann die Sprachzentren in Mitleidenschaft ziehen.

Nach einem Schlaganfall ist eine schnelle Therapie sehr wichtig

Schon unmittelbar kurz nach dem Schlaganfall sollten die ersten sprachlichen Übungen beginnen und nach ein bis zwei Monaten sollte eine gezielte Therapie beginnen. Manchmal wird eine Aphasie jedoch noch von einer Störung in der Planung der Sprechvorgänge überlagert, und das wirkliche Ausmaß der Aphasie kommt erst dann zum Vorschein, nachdem die Sprechapraxie gemildert wurde. Deshalb kann es vorkommen, dass sich manche Verbesserungen erst nach einem Jahr zeigen.

In vielen Krankenhäusern und in neurologischen Reha-Kliniken ist die Logopädie oder Sprachtherapie fester Bestandteil des Angebotes und die sprachtherapeutische Versorgung gewährleistet. Einrichtungen die selbst keine Therapeuten angestellt haben, können meist auch von außen Fachkräfte hinzuziehen.

Im häuslichen Bereich besteht die Möglichkeit der ambulanten Sprachtherapie, die auch wir von der Praxis LogErgo anbieten (Kontakt). Voraussetzung für die Sprachtherapie ist die sog. Heilmittelverordnung/Rezept durch den behandelnden Neurologen oder Hausarzt.

Um die richtige Therapie für den jeweiligen Patienten zu finden, ist es wichtig und notwendig, die genauen Merkmale und das Ausmaß der Sprachstörung festzustellen. Nur so kann die richtige Therapie gefunden werden. Ziel der Sprachtherapie ist es, die sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Patienten zu verbessern.

Ausschlaggebend für unseren Therapieansatz und den weiteren Verlauf der Behandlung sind die Art der Aphasie, die Zeitspanne seit Ausbruch der Aphasie, der Schweregrad der Sprachstörung und die Persönlichkeit des Betroffenen. Diese Bedingungen berücksichtigen wir immer, um die Therapieinhalte individuell auf unsere Patienten abstimmen zu können.

Eine wichtige Vorraussetzung in der Rehabilitation von Aphasikern ist, dass die logopädische Therapie so früh wie möglich beginnen muss.
Während des Aufenthaltes auf der Wachstation im Krankenhaus sollte der Betroffene unterstützt, motiviert und sprachlich gefordert werden. In dieser sogenannten Aktivierungsphase sollte der Patient so stimuliert werden, dass das Sprachverständnis für alltägliche Situationen verbessert wird und bereits jetzt zu sprachlichen Äußerungen angeregt wird. Wenn sich allmählich der allgemeine Krankheitszustand des Patienten verbessert hat und mit Hilfe von Aphasie-Test die genaue Art der Aphasie spezifiziert wurde, kann gezielt an den Störungen gearbeitet werden.
Diese Übungsphase geht in die sich anschließende Konsolidierungsphase über. Hier gilt es, die erarbeiteten Therapieinhalte zu festigen und in den Alltag zu integrieren. Dies geschieht oft durch häusliche Übungen oder auch Kommunikationsgruppen. In diesen Gruppen werden z.B. mit Hilfe von Rollenspielen, Alltagssituationen mit den betroffenen Aphasikern durchgeführt.

Abschließend sei zu sagen, dass die logopädische Rehabilitation eines Aphasikers nie endet. Auch zehn Jahre nach dem Ereignis (Hirnblutung, Schlaganfall, Schädel-Hirnverletzung etc.) kommt es Studien zufolge oft immer noch zu sprachlichen Verbesserungen kommt.

Die Rolle der Angehörigen ist in der Logopädie sehr wichtig

Die Angehörigen nehmen in der Sprachtherapie eine sehr wichtige Rolle ein. Denn einerseits bieten sie oft die Vorraussetzung dafür, dass die Patienten überhaupt in die ambulante Therapie kommen können. Andererseits sind die Angehörigen auch wichtige für die Zusammenarbeit mit den Therapeuten. Schließlich sind es die Angehörigen die der betroffenen Person ein schönes Zuhause und einen kommunikationsoffenen Alltag bieten.

Ferner sind Angaben der Angehörigen über die Kommunikation des Patienten im Alltag für uns Therapeuten sehr wichtig. So kann die Therapie bestmöglich für den Betroffenen gestaltet werden.

Die wichtigste Aufgabe der Angehörigen ist, eine „aphasiefreundliche“ und kommunikationsoffene Umgebung zu schaffen, dass man Gelegenheiten zum Gespräch anbietet und sich dafür Zeit nimmt oder das Zusammentreffen mit Freunden und Bekannten organisiert damit der Patient nicht aus Verunsicherung von Freunden und Bekannten gemieden wird.

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